Ein ganz ein böser Bube

Frank Millers Bad Boy

Frank Millers Bad Boy

Bad Boy
Autor: Frank Miller
Zeichner: Simon Bisley
Übersetzung: Claudia Fliege
Verlag: Panini-Comics

Neben seinen bekannten Werken wie »300«, »Sin City« oder »Batman, die Rückkehr des dunklen Ritters« hat Frank Miller auch viele kleine Perlen geschrieben, unter anderem dieses Werk, das er zusammen mit Simon Bisley (Lobo, Judge Dredd) geschaffen hat. Ein kleiner Junge erkennt, daß seine angeblich so perfekte Welt nur eine Illusion ist und er versucht aus diesem Gefängnis zu fliehen. Ihm zur Seite steht dabei nur eine Katze namens Adolf.

Für politisch korrekte Comics ist Miller noch nie bekannt gewesen und auch hier ist sein minderjähriger Held eher ein kleines Arschloch. Er raucht, starrt Frauen auf die Brüste und flucht wie ein Rosskutscher. Trotzdem ist dieser Comic ein einziges Plädoyer für mehr Toleranz und Meinungsfreiheit, denn im Grunde handelt die Geschichte von einer Gesellschaft, die versucht, ihren Bürgern ihr gesamtes Leben vorzuschreiben und dieses als eine menschlichere Zivilisation verkauft. Und unbeirrt versucht dieser kleine Junge immer wieder dieser Gesellschaft zu entfliehen und wird doch immer wieder zurückgebracht und Personen übergeben, die vorgeben, seine Eltern zu sein.

Diese Geschichte stammt zwar von 1997, ist aber auch nach über 12 Jahren immer noch brandaktuell, vielleicht sogar aktueller denn je, in Zeiten des Rauchverbots, der permanenten Überwachung und dem immer stärkeren Beschneiden der persönlichen Freiheiten. Da ist es umso schöner, daß Panini dieses unbekanntere Werk Frank Millers fast zehn Jahre nach seiner deutschen Erstveröffentlichung bei Schreiber & Leser wieder dem Comic-Leser zugänglich macht.

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